Die Nachfolge Jesu  .  .  .  .   .  .  .  .   .  .  .  .   .  .  .  .   .  .  .  .   .  .  .  .    Impressum...

  Befleckte Kleider  

(Römer 3, 9 - 12) Was nun? Haben wir einen Vorzug? Durchaus nicht! Denn wir haben sowohl Juden als auch Griechen vorher beschuldigt, daß sie alle unter der Sünde seien, wie geschrieben steht: "Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht. Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer."

Welch einen Vorzug hat der kleine Sünder vor dem großen? Müssen sie denn nicht beide zuschanden werden? Mag sich der eine auch für gerechter, edler und wohlanständiger halten. Mag er in seinen eigenen Augen besser dastehen, als der, auf den er herabblickt. So wird es ihm doch nichts nützen, daß er sich in seiner scheinbar besseren Gerechtigkeit erhebt. Sind nicht alle Kleider der Menschen in Gottes Augen befleckt und unrein? Klebt nicht die Schande der Sünde an einem jedem von ihnen? Unsere Augen lassen sich gar leicht bestechen und wir neigen dazu, uns zu entschuldigen. Doch die Augen des Herrn, die gleich Feuerflammen Nieren und Herzen erforschen, ihnen sind auch der Grund des Herzens nicht verborgen; unser Sinnen und Trachten ist vor ihnen offenbar im hellen Lichte seiner Wahrheit. Unbestechlich ist der Höchste. Die Welt mag Licht zu Finsternis machen, Lüge zu Wahrheit, Bitteres zu Süßem; den Arm der Gerechtigkeit und Geradheit Gottes aber, vermag sie nicht zu beugen. Beugen wird sich die stolze Welt auch nicht; doch du und ich, wir vermögen es. Ist es doch auch der einzige Weg, die Sündenlumpen abzustreifen. Ein Seele, die nicht willens ist, sich in den Staub zu beugen, sie wird auch nicht für würdig befunden den Thron mit Jesus zu besteigen. Welch eine Gnade ist es doch, daß noch Zeit ist, sich der Lumpen zu entledigen.
Jesus hat den Weg bereitet, daß wir den Schmutz abtun können; in eigner Kraft vermögen wir´s ja nicht. Doch wenn wir uns mit dem Blut des Gottessohnes waschen und es verstehen, die Kleider recht hell zu machen, so werden wir des Gnadenmeeres gewahr, in das der liebevolle Vater unsere Sünden hinein werfen will, um ihrer nicht mehr zu gedenken. Wohl dem, der sein Vertrauen auf das geschlachtete Lamm auf Golgatha setzt; der nicht eigene Werke vorzuschieben weiß noch auf seine eigene Gerechtigkeit zu bauen wagt. Wir sind allzumal Sünder und erkennen es auch, wenn wir mit Aufrichtigkeit den Schleier des Selbstbetruges von unserem Herzen entfernen. Wer hat je in eine schlimmere Mördergrube geblickt denn in das eigene Herz. Wenn wir noch den Vergleich wagen, diesen oder jenen der Sünde wegen für verwerflicher zu erachten als uns selbst, so ist ja die Blindheit noch in unseren Augen. Doch wenn der Gottessohn die Augensalbe darreicht, damit wir den Abgrund des eignen Herzens erkennen, dann werden wir unser stolzes Haupt senken wie der Zöllner im Tempel und der Ruf der Seele wird sein: Herr, sei mir Sünder gnädig! Ein solches Rufen hört der Herr immer. Es ist das Rufen eines verlorenen Schafes; um dessenthalben läßt der Herr die neunundneunzig allein. Im Gnadenbausch seines Gewandes trägt er den Sünder zurück auf den rechten Weg. Wenn wir noch ausschlagen wollen gegen seine Gnade, wie kann er uns dann die rechte Straße führen. Wird er nicht den Stecken und Stab seiner liebevollen Zucht gebrauchen? Bringt´s nicht lauter Unfall und Herzeleid, den Wegen des Herrn zu widerstreben? Wollen wir fortfahren, auf den Wegen unserer Torheit zu wandeln? Er allein ist der Weg, der zum Vater führt. In ihm allein ist Ruhe und Friede. In ihm allein entspringt die Quelle des lebendigen Wassers. Die rissigen Zisternen dieser Welt haben es noch nie vermocht, den Durst einer suchenden Seele zu stillen. Doch wer die Unwürdigkeit seiner selbst erkannt hat, der findet die enge Pforte, die zum Weg des Lebens führt. So wollen wir uns mit Ernst befleißigen, uns selbst zu prüfen im klaren Licht seines Wortes und uns besehen im Spiegel seiner Gebote; daß wir die Augen nicht auf den Nächsten richten, sondern die Missetat des eigenen Herzens erkennen und verstehen.


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